ESA BIC · Space meets Ocean
Europäische Technologie — vom autonomen Schiff zum digitalen Hafen
Unleash Future Boats gehörte zu den frühen Unternehmen des ESA Business Incubation Centre Northern Germany in Schleswig-Holstein. Für UFB wurde das Programm weit mehr als ein Inkubationsprogramm: Es verband maritime Autonomie mit dem europäischen Raumfahrt- und Technologieökosystem und half dabei, die Architektur vom autonomen Schiff auf die umgebende maritime Infrastruktur zu erweitern.
Souveräne Autonomie von Anfang an
UFB entwickelte Autonomie von Beginn an nach einem einfachen Prinzip: Das Schiff sollte seine Umgebung selbst erfassen und operative Entscheidungen an Bord treffen können. Autonomer Betrieb wurde nicht um eine permanente Fernsteuerung oder eine dauerhafte externe Verbindung herum entworfen.
Diese Technologiephilosophie hatte zugleich eine strategische Dimension. UFB setzte bewusst auf europäische Technologiefähigkeiten und im ESA-Umfeld auf Galileo. Ziel war es, europäische Technologievorsprünge zu nutzen und dazu beizutragen, anspruchsvolle maritime Innovation und Know-how in Europa zu halten.
Dann wurde die nächste Systemgrenze sichtbar
Mit zunehmend digitalen und autonomen Schiffen im realen maritimen Umfeld wurde eine strukturelle Asymmetrie sichtbar: Das Schiff konnte digital interagieren, während viele Prozesse an der Schnittstelle zum Hafen noch analog organisiert waren.
Damit veränderte sich der Maßstab der Arbeit. Die Frage war nicht mehr nur, wie ein autonomes Schiff gebaut wird. Es ging darum, wie autonome Schiffe, Häfen und die umgebende Infrastruktur als ein gemeinsames digitales maritimes System kommunizieren und operieren können.
Der Digital Port
UFB begann Konzepte für eine vollständig digitale Hafenumgebung zu entwickeln, in der autonome Schiffe direkt mit landseitiger Infrastruktur und operativen Systemen kommunizieren können. Kommunikation, Ankunft, Infrastruktur, Computing und Hafenprozesse wurden damit Teil einer gemeinsamen Architektur.
Der folgende Film des ESA BIC dokumentiert diesen Übergang vom autonomen Schiff zum größeren maritimen System.
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Vom Konzept zur internationalen Zusammenarbeit
Die Digital-Port-Arbeit blieb nicht bei einer Präsentation. Mit dem kanadischen Technologieunternehmen AMPD Technologies entstand eine internationale Zusammenarbeit. Die Teams arbeiteten zwischen Kanada und Deutschland zusammen, einschließlich Vor-Ort-Arbeit in Schleswig, technischer Konzeptentwicklung und Proof-of-Concept-Aktivitäten.
AMPD veröffentlichte 2022 ein verbindliches Memorandum of Understanding mit Unleash Future Boats über eine breitere Technologiekooperation und vier Computing Container. Der veröffentlichte Umfang entsprach CAD 1,8 Millionen erwarteten Umsatzes für AMPD. Zur Zusammenarbeit gehörte Proof-of-Concept-Arbeit im Umfeld der autonomen maritimen Systeme und des Digital Port von UFB.
Eine erfolgreiche ESA-BIC-Reise
Die Verbindung zum ESA BIC blieb auch nach dem ursprünglichen Programm Teil der Entwicklung von UFB. ESA BIC Northern Germany nahm Unleash Future Boats später in seine Alumni-Serie auf und präsentiert das Unternehmen weiterhin als eine seiner Success Stories.
Aus einem autonomen Technikträger entstand damit eine größere Systemfrage: Wie können Schiffe, europäische Raumfahrttechnologie, digitale Infrastruktur und Häfen als integriertes maritimes Umfeld zusammenwirken?
Der vollständige physische Ausbau des Digital Port wurde letztlich nicht abgeschlossen. Die zugrunde liegende Technologiearbeit, Architektur, internationale Zusammenarbeit, das MoU und die Proof-of-Concept-Arbeit gehören jedoch zur Entwicklungsgeschichte von UFB.